Gründonnerstag (18.04.)

Das Ende ist nahe: Der Gründonnerstag steht ganz im Zeichen des Abschieds Jesu. Zum letzten Mal vor seinem Leiden und Sterben kommt er am Abend mit seinen zwölf Jüngern zusammen. Dabei stehen zwei außerordentliche Symbolhandlungen im Fokus, die Teil des Vermächtnisses Christi sind: das gemeinsame Mahl und die Fußwaschung der Jünger. Genau diese beiden Handlungen rückt auch die Kirche bei der Liturgie am Gründonnerstagabend in den Mittelpunkt. Die Messe vom letzten Abendmahl bildet dabei den Auftakt zum Höhepunkt des ganzen Kirchenjahres: zum sogenannten "Triduum Sacrum", den "Heiligen Drei Tagen von Leiden, Tod und Auferstehung des Herrn", die in der Osternacht gipfeln.

Die liturgische Bezeichnung für den Donnerstag der Karwoche lautet "Feria quinta in Coena Domini" ("Fünfter Tag beim Abendmahl des Herrn"). Die Herkunft des deutschen Namens "Gründonnerstag"  hingegen ist nicht restlos geklärt. Eine Möglichkeit ist, dass sich das "Grün-" vom mittelhochdeutschen Wort "greinen" ableitet, was sich mit "weinen" oder "wehklagen" übersetzen lässt und somit die Trauer angesichts der bevorstehenden Passion Jesu zum Ausdruck bringt. Seit dem vierten Jahrhundert war der Donnerstag der Karwoche aber auch der Tag, an dem die Büßer wieder in die Kirche eingegliedert wurden. Sie wurden lateinisch als "virides" (die Grünen) bezeichnet und waren ab diesem Zeitpunkt wieder zur Kommunion zugelassen. Möglicherweise kommt der "Grün-Donnerstag" jedoch auch tatsächlich von der Farbe Grün, da im Mittelalter an diesem Tag regional das Tragen grüner Messgewänder üblich war. Unabhängig von der Herkunft: Der Name kommt fast ausschließlich im deutschsprachigen Raum vor; gebräuchlich ist daneben die Bezeichnung "Hoher Donnerstag". Mehr dazu...